Der erste Schultag

Mit meinem Stundenplan hat alles geklappt und ich hab jetzt wirklich coole Fächer! Astronomie, Schauspiel, Fotografie, dann die regulären (Englisch, Geschichte, Mathe) und dann noch Study Hall (Zeit, wo man seine Hausaufgaben machen kann) und meine Sportclasses "Adventure Ed" (Klettern und so was) und "Raquet Sports" (Sport mit Schläger, also Tennis, Tischtennis, Badminton, ...). Ich bin wirklich froh, dass sich das geklärt hat.



Mit der Größe der Schule kam ich gut klar. Wir haben in der ersten Woche der Schule einen Buddy, der mich zu jedem Unterricht bringt, also gehe ich nicht verloren.

Wer mich kennt weiß, dass ich manchmal etwas verpeilt bin, deshalb hab ich am Morgen gleich erstmal die Zeit vergessen und hatte dann keine Zeit mehr zu frühstücken, also hatte ich meinen Tee und mein Brot mit ins Auto genommen und dort gefrühstückt. Der Deckel von meinem To-Go Becher hat nicht richtig gepasst und was ist passiert? Richtig, als Sammi an der Ampel bremsen musste, hat sich schön der ganze (heiße!) Tee in meinem Gesicht (nicht so sehr auf meinen Klamotten) verteilt. Lidstrich verschmiert, sah aus als ob ich geheult hätte, immer noch krank und ein bisschen heiser, keine Taschentücher dabei - es sah wirklich nicht nach einem guten Tag aus. In der Schule war es erstmal auch nicht viel besser. Mein Buddy kam zu spät (und mit zu spät meine ich nicht nur 5min), weshalb ich schließlich als einzige Austauschschülerin noch alleine dastand, voll verloren in der Lobby. Als sie dann kam, sind wir zu meiner ersten Stunde gegangen: Mathe. Na hurra. Im Klassenraum war es auch nicht wirklich besser, der sieht nämlich aus wie ein Krankenhaus.
Aber mein Tag wurde nach dieser Stunde nur noch besser, weshalb ich alles in allem einen supertollen ersten Schultag hatte. :)))
Die nächste Stunde war Astronomie, was sich wirklich interessant anhört, und freitags werden wir immer im Planetarium der Schule sein. Danach hatte ich Drama Major (Schauspiel) - Die Klasse hat mir an diesem Tag am besten gefallen, dort sind einfach so interessante Leute!
Die nächsten Stunden im Schnelldurchlauf:
Lunch: Ich habe mit Lena, Matthias und Marine zusammen Mittagspause, was schonmal sehr gut war, da ich deshalb nicht irgendwo alleine sitzen musste. Die Pizza dort ist auch sehr lecker, den Rest hab ich noch nicht probiert.
Photography: Hört sich sehr interessant an, die Sachen die wir dort machen werden. Außerdem sehr rücksichtsvolle Lehrerin, die sich bei Matthias und mir immer wieder erkundigt hat, ob sie zu schnell redet und ob wir auch alles verstehen.
English: Ich liebe diese Klasse! Zusammen mit Drama meine Lieblingsstunden glaube ich. Die Lehrerin sieht streng aus, war aber total lieb und hat mir alles erklärt und so, ich weiß noch nicht ganz, wie ich sie einschätzen soll.
American Culture (Geschichte): Bildet zusammen mit Mathe momentan das untere Ende meiner Skala. Scheint langweilig und nicht so interessant wie in Deutschland (ja, da fand ich Geschichte interessant).
Exchange Student Seminar: Da haben sich alle Austauschschüler getroffen. Diese Stunde werde ich nur zwei mal die Woche haben, und wir werden darüber reden, wie es uns so ergeht, ob wir Probleme haben, etc. An dem Tag sind wir zu Familie Knauss gegangen, die den Austausch organisieren und mit uns über die Regeln geredet haben und wir uns alle (Exchange students) näher kennengelernt haben, das war wirklich nett.

Übrigens ist das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler komplett anders als in Deutschland. Habe ich euch nicht etwas von übertriebener Freundlichkeit erzählt? Ist sie nicht. Ich hab mich dran gewöhnt und ich LIEBE es. Die Lehrer fragen dich, wie es dir geht und in jedem Fach haben nicht nur wir Schüler etwas über uns erzählt, sondern auch der Lehrer seine ganze Lebensgeschichte erzählt. Ich kenne jetzt Kindheit, Familie, Krankheiten und Lebensweise von fast allen meinen Lehrern - Meine Englischlehrerin hatte sogar eine Powerpoint-Präsentation über ihr Leben vorbereitet! Und wir Schüler haben in fast jedem Fach ein "Arbeitsblatt" gekriegt, mit Fragen über Lieblingsbücher und -filme, Lieblingsfarbe, was wir über Miley Cyrus Auftritt bei den VMA denken (:D), etc. Ich finde dieses "persönliche" Beziehung total gut, es entspannt den Unterricht total, Schüler machen einfach mitten im Unterricht Witze mit den Lehrern, lachen zusammen, usw. Und ich glaube, dass ist so für die Lehrer auch viel angenehmer Unterricht zu machen, wenn sie die Leute "kennen", denen sie etwas beibringen, anstatt einfach vor einer Meute unmotivierter "Roboter" zu sitzen, die sich null für dich oder deinen Unterricht interessieren.
Abgesehen von Arbeitsblättern mit Fragen über uns, haben wir Tonnen von Arbeitsblättern betreffend Regeln, Arbeitsmaterial, Respekt, usw. bekommen (u.A. sogar einen Zettel, auf dem wir unterschreiben mussten, das wir keinen Plagiat begehen werden) und die müssen wir alle lesen und dann unterschreiben und auch von den Eltern unterschreiben lassen. Manche Lehrer wollten sogar nicht nur eine Nummer oder Email-Adresse wie sie die Eltern erreichen wissen, sondern auch gleich ein ganzes Arbeitsblatt: Handynummer, des Vaters, Handynummer der Mutter, Festnetznummer, Email-Adresse des Vaters, Email-Adresse der Mutter, Adresse, .... Heftig. Und das war gerade übrigens keine Übertreibung, sondern wirklich eins zu eins, was auf diesem Arbeitsblatt stand.

Joa, das war so ziemlich mein erster Schultag. Und mein Zweiter war auch sehr gut.
Liebe Grüße aus Amerika,
Marina ♥☺

4 Kommentare:

  1. Das mit dem Verhälnis zwischen Lehrern und Schülern würde ich mir auch mal wünschen :( Ich kann mir vorstellen, dass der Unterricht dadurch viiel lockerer ist und alles, aber naja Deutschland halt :D
    Ich freue mich, dass es dir gut geht & wünsche dir weiterhin eine gaaaanz tolle Zeit <3 xx

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    1. Ja, das ist hier wirklich klasse! Naja, es gibt immer noch Hoffnung:D
      Daaankeschön! <3 <3 :***
      Marina:)

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