Im Probenfieber

Hey,
mittlerweile wurde es ja mal wieder ruhig auf meinem Blog. Die Proben zum Musical "Beauty and the Beast" (Die Schöne und das Biest) haben angefangen, und wenn ich nicht gerade im Chor singe oder auf der Bühne die Schritte zum ersten Lied wiederhole, helfe ich beim Erstellen der Kostüme. Ach ja, und dann natürlich noch Hausaufgaben und die tausend Projekte die wir gerade haben (Montag Geschichtsreferat erfolgreich beendet, jetzt "nur" noch, zwei (eigentlich drei) Drama-Projekte, einen fünfseitigen Englischaufsatz und drei Fotografie-Projekte). Aber so ganz im Dunkeln lassen wollte ich euch nicht. Deshalb dieses kleine Update. Apropos Update, seit letzter Woche findet ihr zum ersten Mal etwas unter meiner Rubrik "Meine Fotografieprojekte". Drei Portraits (danke an C.A., N.B., D.C. und J.S.) und zwei Fotografien zum Thema "Elemente der Fotografie".
Ansonsten war es letztes Wochenende das erste Mal ein wenig wärmer und ich war beinahe den ganzen Tag draußen, was jetzt leider nicht mehr möglich ist, da es seitdem schon wieder Schnee gab und wahrscheinlich dieses Wochenende auch noch einmal schneien wird.
Außerdem war ich auf einer Geburtstagsüberraschungsfeier und beim "(K)night of the Arts" (Abend der Künste) in der Schule, welcher von der Theater-"AG" veranstaltet wurde und ein großer Erfolg war.

Via Facebook vom 21. Februar: "Danke für diesen tollen Abend mit all diesen großartigen, talentierten und kreativen Leuten. Ihr wart klasse heute. Ich bin so glücklich eine Gruppe solch inspirierender und liebevoller Menschen zu kennen, die ich meine Freunde nennen kann; euretwegen fühle ich mich zuhause - sogar am anderen Ende der Welt. Danke für jeden einzelnen von euch, ich hab euch lieb. 


Liebe Grüße, Marina :)

Eine Woche im Nimmerland

Nimmerland? Sollte hier nicht eigentlich ein Post über Disneyworld stehen? Ich weiß nicht, wie viele von euch mit der Geschichte des Peter Pan vertraut sind, manche kennen allerdings meine Besessenheit mit eben dieser Geschichte. Peter Pan, der Junge der niemals erwachsen wird, Nimmerland, der Ort wo jeder ein Kind ist und die Zeit stehenbleibt. - Genau das ist Disneyworld: Ein Ort, wo man wieder Kind sein kann, egal wie alt man ist. Für mich ist diese Zeit ja noch nicht unendlich lang her, aber das macht nichts. Man könnte 80 Jahre alt sein und in Disneyworld ist man doch ein Kind.

Und da sind wir auch schon: Sammi und ich mit Peter und Wendy im Nimmerland (=Neverland).

Nachdem die Woche gar nicht soo toll angefangen hatte und mir am ersten Tag der Reise Kontaktlinse und Schnürsenkel gerissen waren, hatte meine Laune damit ihren Tiefpunkt erreicht. Die gute Sache an Tiefpunkten? Danach kann es nur noch bergauf gehen. Und genau das war der Fall:
Als wir am Flughafen in Florida ankamen, fiel uns erst einmal das angenehm warme Wetter (trotz leichten Regens) auf. Wir kamen im Hotel an, ließen unsere Sachen dort und machten uns gleich auf dem Weg in den Park. Wir trafen Mickie, Minnie, Goofy, Donald und viele Charaktere mehr und waren verzaubert beim Anblick der Umgebung und Cinderellas Schloss. 

Alle zusammen mit Mickey.

Mit Donald auf Safari.

Meine Gastschwestern, Mickey und ich. 

Hihi, Sammi und ich mit Phineas und Ferb (Grüße an V.V. ♥)


Sammi und ich mit Mulan (Grüße an C.N. ♥)

Let the memories begin...

Wir haben in Gastons Taverne gegessen (Grüße an C.N.) und haben uns in der Nacht das Feuerwerk über Cinderellas Schloss angesehen.

Nachts vor Cinderellas Schloss.

Ich auf Gastons Stuhl (leider ein bisschen unscharf)

Wir waren im Animal Kingdom (sowas wie Serengeti Park x10) und in Epcot, der "Weltaustellung", wo wir in einem deutschen Restaurant mit Jodelmusik und ausschließlich deutschen Kellnern gegessen haben, mit denen ich mich unterhalten habe. (Genauso gab es im Mexikanischen Restaurant nur mexikanische Kellner, im französischen nur französische, usw.)


Im Animal Kingdom.

Vor der "Welt"kugel in Epcot.


Teil 2 (Achterbahnen und Parade) hier.

Der Weg zur Schule? An einem Tag wie heute ein Abenteuer für sich

"Was machst du gerade?"
"Ich habe versucht, zur Schule zu gehen"
"Haha, versucht?"
"Jaa, bin wieder umgedreht..."
"Was!?"

So oder ähnlich sahen heute einige Gespräche über Whatsapp nach Deutschland aus - und sie sind wahr. Ich habe versucht, zur Schule zu gehen. Warum ich gescheitert bin? Das Wetter. In den letzten Tagen habt ihr auf meinen Blog und wohl auch bei euch in den Nachrichten mitbekommen, dass das Wetter hier gerade nicht ganz so rosig ist. Gestern hatten wir wieder schulfrei, heute hat der Bezirk die Schulen wieder geöffnet - auf freiwilliger Basis:

"Die Sicherheit unserer Schüler liegt uns sehr am Herzen. Wir ermutigen Eltern selbst zu entscheiden, ob individuelle Umstände in Ihrer Umgebung es erfordern, Ihre Schüler zu Hause zu lassen. Alle Abwesenheiten am heutigen Tag werden als entschuldigt angesehen." (Quelle: npenn.org, 06.02.14) 

Außerdem hatten wir eine "Two-hour-delay", d.h. wir konnten "ausschlafen" und zwei Stunden später zur Schule gehen. Soweit so gut. Ich stehe also auf, mache mich fertig und marschiere aus der Haustür. Das erste was mir auffällt, ist ein Geräusch. Ich gucke zu Boden und sehe tausende Glassplitter. Abgesehen davon, dass es kein Glas, sondern Eis ist. Da nach dem letzten Schneesturm auch noch Regen dazukam, welcher dann zu Eis gefror, waren alle Bäume zugefroren. Durch das Gewicht des Schnees und Eises, fielen in den Nachbarschaften Unmengen von Ästen auf die Straßen. Heute, da die Sonne scheint, fängt das Eis an zu schmelzen und einzelne Eissplitter fallen zu Boden.


"Glas"splitter überall am Boden 



Naja, nicht weiter schlimm. Den Rest des Weges setze ich mit abwechselnden Blick nach oben in die Bäume (um nicht von herabfallenden Eis getroffen zu werden) und auf den Boden (um auf den zugefrorene Pfützen nicht auszurutschen) fort. Als ich die Hälfte des Weges geschafft habe, sehe ich ein Schild "Road closed" (Straße gesperrt). Das ist der Weg, wo der Bus normalerweise langfährt! Ich gehe weiter und rufe Sammi an. Sie weiß auch nicht mehr als ich, also gehe ich weiter zur Bushaltestelle. Schon von weitem sehe ich einen Baum, der auf die Straße gestürzt ist. Ich umgehe das Hindernis und bin nun endlich an der Bushaltestelle angekommen. Dort spreche ich mit den anderen, die dort stehen: "Habt ihr schon gesehen, dass die Straße dort gesperrt ist? Glaubt ihr, der Bus wird kommen?". Sie wissen es auch nicht. Nach einiger Zeit habe ich keine Lust mehr in der Kälte zu warten und drehe um, um zurück nach Hause zu gehen und mit Sammi eine Stunde später zur Schule zu fahren. Ein Auto hält an der Bushaltestelle. Ein Mädchen bietet den anderen an, sie zur Schule mitzunehmen. Ich sage, ich brauche keine Mitfahrgelegenheit. Ich will nachhause. Auf dem Weg nachhause kommt mir der Bus entgegen. Er hat eine andere Straße genommen. Die nette Busfahrerin öffnet das Fenster: "Hey, brauchst du eine Mitfahrgelegenheit?" "Nein, danke", antworte ich, "ich komm schon klar". Ich setze meinen Weg nachhause fort. Ein Auto hält neben mir. A., ein Junge von meiner Bushaltestelle steigt aus: "Hey, mein Vater fährt mich zur Schule, sollen wir dich mitnehmen?" "Nein danke, ich bin auf dem Weg nachhause." Ich gehe ins Haus und hole meine Kamera. Sammi kann mich in einer Stunde fahren, ich verpasse nur eine Stunde Mathe und meine Mittagspause. Ich gehe wieder raus und dokumentiere meine Nachbarschaft. Es sieht zerstört, aber wunderschön aus.


Eiskristalle am frühen Morgen

Gefrorener Schnee im Garten

Der Schnee ging mir bis über die Knöchel

"Schneehase"

Zugefrorene Äste

Statt Laub tragen die Bäume Eis

Letzte Farbe im Schwarz und Weiß

Heruntergefallener Ast 

Auf Bürgersteig gestürzter Ast


Ich hoffe bei euch sieht der Winter nicht ganz so schlimm aus - Unser Haus ist übrigens das einzige Haus in der Nachbarschaft mit Strom.
Marina

Snow Day oder Der kälteste Winter seit Jahren

Ich bin Elsa. Und falls ihr "Frozen" (bzw. dt. "Die Eiskönigin") noch nicht gesehen habt, empfehle ich es hiermit ausdrücklich. Wovon ich spreche ist, dass das Wetter in Amerika verrückt spielt. Es ist der kälteste und längste Winter seit Jahren (und das gerade, wenn ich hier bin um nochmal auf die Elsa-Sache zurückzukommen). Donnerstag hatten wir -15°C, dann Samstag wieder 4°C und heute kam ein weiterer Schneesturm, der das Land mit Schnee bedeckt und zu unzähligen Schulausfällen führt. Das heißt, Tagesplan sieht so aus: Aufwachen, bis 5.30 Uhr warten, auf die Schulwebsite schauen und hoffen, genau das hier zu finden:

Wichtige Meldung: Wegen des bevorstehenden rauen Wetters sind alle North Penn Schulen am Montag, dem 6. Februar 2014 für Schüler sowie Angestellte geschlossen. 

Es ist das beste Gefühl, am Morgen diese Nachricht zu sehen. Es ist, als ob einem jemand Zeit geschenkt hätte - einen ganzen Tag, an dem man machen kann, wofür normalerweise die Zeit fehlt (Bloggen, Lesen, Klavier spielen zum Beispiel :D) Deshalb werdet ihr die nächsten Tage auch meinen Post über Disneyworld hier finden.

Wie ist das Wetter bei euch denn? Immer noch kein Schnee? Gab's schon Schnee-, Schulfrei?
Marina

Weihnachten in den USA - ganz anders? (TEIL 6: Weihnachten am 25.12.)

(Teil 5 hier)

Dieser Post behandelt den letzten Tag der amerikanischen Weihnachtszeit und somit auch den letzten Post dieser Reihe.
Während in Deutschland noch am 26. der Zweite Weihnachtstag gefeiert wird, ist hier nach dem "Ersten" Weihnachtstag alles vorbei. Dafür beginnt er aber auch schon ganz schon früh...
Alle stehen früh auf, schließlich warten unten im Wohnzimmer die Geschenke. In meiner Gastfamilie gibt es die Tradition, am Weihnachtsmorgen frisch gepressten Orangensaft zu trinken und dann ins Wohnzimmer zu gehen und die Geschenke auszupacken. Ein großer Unterschied zu Deutschland (neben dem Fakt dass die Geschenke am Morgen des 25. geöffnet werden) sind die Weihnachtsstrümpfe. Jedes Familienmitglied hat seinen Weihnachtsstrumpf am Kamin hängen, in dem dann Kleinigkeiten drin sind, wie Süßigkeiten, kleine Spiele (zum Beispiel ein Kartenspiel), Nagellack oder andere kleine Sachen, die in einen "Strumpf" passen, das ist ähnlich wie bei uns der Schuh zu Nikolaus (die Tradition gibt es hier zum Beispiel gar nicht).
Dann geht es zu den größeren Geschenken über. Erst die Geschenke, die "Santa" (Santa Claus=Weihnachtsmann) gebracht hat, und dann die Geschenke, die die Familienmitglieder sich untereinander schenken.

Nachdem wir die Geschenke ausgepackt haben, sind wir am Mittag zu den Großeltern gegangen, wo es noch mehr Geschenke gab. Etwa eine Stunde später kamen dann die anderen aus der Familie und es gab ein großes Familienessen. Ich weiß, dass die meisten Austauschschüler sagen, sie haben an Thanksgiving riesige Mengen gegessen und dass das ja sowieso das "Fest des Essens" ist und hier auch so wahrgenommen wird. Ich, für meine Person, habe an diesem Weihnachtstag circa 100x mehr gegessen als an Thanksgiving. (Mag an dem Fakt liegen, dass an Thanksgiving der Schwerpunkt auf dem Truthahn liegt, und ich ja Vegetarierin bin...). Jedenfalls war es ein sehr schönes Weihnachtsfest und eine sehr schöne Weihnachtszeit hier in Amerika und ich bin froh, dass ich diese Erfahrung machen durfte.

xoxo,
Marina.

Weihnachten in den USA - ganz anders? (TEIL 5: Heiligabend)

(Teil 4 hier)

Dafür dass Heiligabend hier nicht so wichtig ist, weil ja am 25. das "tatsächliche" Weihnachten ist, wird trotzdem ganz schön viel gemacht:
Am Morgen wurde das Essen für eine Weihnachtsfeier vorbereitet, ich habe mit Deutschen Lebkuchen zur Mahlzeit beigesteuert.

Hihi, für euch hatte ich auch eine Kleinigkeit gemacht, auch wenn ihr es nicht wirklich essen könnt:b 

Dann waren wir von vielleicht drei Uhr bis abends in der Kirche, weil erst mein Gastbruder einen "Auftritt" hatte, wo er Saxophon gespielt hat und Sammi und ich im Gottesdienst danach mit dem Chor gesungen haben. Diese riesige Kirche war an diesem Abend voll bis zum letzten Platz, vereinzelt mussten sogar noch Stühle dazu gestellt werden, es war unglaublich.

Als wir nachhause gekommen sind kamen die Gäste für die Weihnachtsfeier, wo es ein eher "leichtes" Essen hab, Salate und ähnliches. Als die Gäste gegangen waren, haben wir ein Gesellschaftsspiel mit der Familie gespielt und dann eine Weihnachtstradition weitergeführt: Das jährliche Lesen der Geschichte "The Night Before Christmas", das war wirklich nett. Die ganze Familie saß zusammen und mein Gastvater hat vorgelesen und dann wurden "die Kinder" aus dem Wohnzimmer geschickt, weil die Geschenke für den nächsten Morgen vorbereitet wurden.



Und damit kommen wir auch schon zum letzten Tag der amerikanischen Weihnachtszeit:
Klickt hier für Teil 6.





Weihnachten in den USA - ganz anders? (TEIL 4: Schule)

(Teil 3 hier)


Auch in der Schule war alles auf Weihnachtsstimmung eingestellt. Nach einigem Drama mit der wunderschönen, geschmückten Tanne im Foyer, die durch einen jämmerlichen weißen Plastikbaum ersetzt werden musste (Brandschutz und so) hat sich glücklicherweise schnell alles wieder beruhigt und man konnte schnell wieder in Weihnachtsstimmung kommen... - naja, nicht ganz. Anfang Dezember standen viele
Projekte und Tests an, aber es wurde besser und besser bis schließlich zum letzten Tag:

Die ganzen Flure waren mit "Lichterketten" geschmückt, Papierglühlampen mit den Namen von jedem einzelnen Schüler und Lehrer darauf. Das war einfach total toll - es sah nicht nur super aus, man fühlte sich auch als ein Teil der Schule, Schüler und Lehrer, egal wie beliebt man ist, wie alt, wie jung, wie lange schon an der Schule oder an wie vielen Clubs man teilnimmt. Die letzte Woche vor den Ferien liefen dann alle mit dem Blick an der Wand herum, weil jeder natürlich die Glühlampe mit SEINEM Namen finden wollte. Ich fand meine erst am vorletzten Tag vor den Ferien... Und dann am nächsten Tag, als ich sie abholen wollte, war sie verschwunden! Ich war so enttäuscht, ich wollte sie mir doch als Andenken mit nach Deutschland zurücknehmen! Einen Tag vor Heiligabend löste sich dann das Rätsel: N., aus meiner Schauspielklasse hatte alle Glühlampen von Leuten die er kannte "gestohlen" und alle zusammen an einen Weihnachtsbaum bei sich zu Hause gehängt und ein Foto bei Facebook gepostet.

"Happy Nondenominational Day of Celebration! I did it out of love." - N.


Und Sammi machte das allersüßeste! Da sie nichts von N.'s Aktion wusste und sah, wie enttäuscht ich war, hatte sie mir als Überraschung eine neue Glühlampe gebastelt, die Weihnachten an meinem Weihnachtsstrumpf hang. Sie ist einfach die beste Gastschwester auf der ganzen Welt!



Eine weitere sehr coole Sache an der Weihnachtszeit in der Schule waren die schneefreien Tage! Gerade hier in Amerika, wo es so wenig Ferien gibt, taten die echt gut. Jeden Morgen bevor man aufstand und eine Chance für einen schneefreien Tag bestand, war das erste was man tat: auf's Handy und auf die Website von der Schule gucken um zu sehen ob man sich wieder im Bett umdrehen und weiterschlafen kann. Ein paar mal war das sogar der Fall und das war großartig. Pech für die Leute, die versäumten, ins Internet zu gucken und plötzlich alleine vor einer leeren Schule in der Kälte standen...

xoxo,
Marina


(Teil 5 hier)


 
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