Der Weg zur Schule? An einem Tag wie heute ein Abenteuer für sich

"Was machst du gerade?"
"Ich habe versucht, zur Schule zu gehen"
"Haha, versucht?"
"Jaa, bin wieder umgedreht..."
"Was!?"

So oder ähnlich sahen heute einige Gespräche über Whatsapp nach Deutschland aus - und sie sind wahr. Ich habe versucht, zur Schule zu gehen. Warum ich gescheitert bin? Das Wetter. In den letzten Tagen habt ihr auf meinen Blog und wohl auch bei euch in den Nachrichten mitbekommen, dass das Wetter hier gerade nicht ganz so rosig ist. Gestern hatten wir wieder schulfrei, heute hat der Bezirk die Schulen wieder geöffnet - auf freiwilliger Basis:

"Die Sicherheit unserer Schüler liegt uns sehr am Herzen. Wir ermutigen Eltern selbst zu entscheiden, ob individuelle Umstände in Ihrer Umgebung es erfordern, Ihre Schüler zu Hause zu lassen. Alle Abwesenheiten am heutigen Tag werden als entschuldigt angesehen." (Quelle: npenn.org, 06.02.14) 

Außerdem hatten wir eine "Two-hour-delay", d.h. wir konnten "ausschlafen" und zwei Stunden später zur Schule gehen. Soweit so gut. Ich stehe also auf, mache mich fertig und marschiere aus der Haustür. Das erste was mir auffällt, ist ein Geräusch. Ich gucke zu Boden und sehe tausende Glassplitter. Abgesehen davon, dass es kein Glas, sondern Eis ist. Da nach dem letzten Schneesturm auch noch Regen dazukam, welcher dann zu Eis gefror, waren alle Bäume zugefroren. Durch das Gewicht des Schnees und Eises, fielen in den Nachbarschaften Unmengen von Ästen auf die Straßen. Heute, da die Sonne scheint, fängt das Eis an zu schmelzen und einzelne Eissplitter fallen zu Boden.


"Glas"splitter überall am Boden 



Naja, nicht weiter schlimm. Den Rest des Weges setze ich mit abwechselnden Blick nach oben in die Bäume (um nicht von herabfallenden Eis getroffen zu werden) und auf den Boden (um auf den zugefrorene Pfützen nicht auszurutschen) fort. Als ich die Hälfte des Weges geschafft habe, sehe ich ein Schild "Road closed" (Straße gesperrt). Das ist der Weg, wo der Bus normalerweise langfährt! Ich gehe weiter und rufe Sammi an. Sie weiß auch nicht mehr als ich, also gehe ich weiter zur Bushaltestelle. Schon von weitem sehe ich einen Baum, der auf die Straße gestürzt ist. Ich umgehe das Hindernis und bin nun endlich an der Bushaltestelle angekommen. Dort spreche ich mit den anderen, die dort stehen: "Habt ihr schon gesehen, dass die Straße dort gesperrt ist? Glaubt ihr, der Bus wird kommen?". Sie wissen es auch nicht. Nach einiger Zeit habe ich keine Lust mehr in der Kälte zu warten und drehe um, um zurück nach Hause zu gehen und mit Sammi eine Stunde später zur Schule zu fahren. Ein Auto hält an der Bushaltestelle. Ein Mädchen bietet den anderen an, sie zur Schule mitzunehmen. Ich sage, ich brauche keine Mitfahrgelegenheit. Ich will nachhause. Auf dem Weg nachhause kommt mir der Bus entgegen. Er hat eine andere Straße genommen. Die nette Busfahrerin öffnet das Fenster: "Hey, brauchst du eine Mitfahrgelegenheit?" "Nein, danke", antworte ich, "ich komm schon klar". Ich setze meinen Weg nachhause fort. Ein Auto hält neben mir. A., ein Junge von meiner Bushaltestelle steigt aus: "Hey, mein Vater fährt mich zur Schule, sollen wir dich mitnehmen?" "Nein danke, ich bin auf dem Weg nachhause." Ich gehe ins Haus und hole meine Kamera. Sammi kann mich in einer Stunde fahren, ich verpasse nur eine Stunde Mathe und meine Mittagspause. Ich gehe wieder raus und dokumentiere meine Nachbarschaft. Es sieht zerstört, aber wunderschön aus.


Eiskristalle am frühen Morgen

Gefrorener Schnee im Garten

Der Schnee ging mir bis über die Knöchel

"Schneehase"

Zugefrorene Äste

Statt Laub tragen die Bäume Eis

Letzte Farbe im Schwarz und Weiß

Heruntergefallener Ast 

Auf Bürgersteig gestürzter Ast


Ich hoffe bei euch sieht der Winter nicht ganz so schlimm aus - Unser Haus ist übrigens das einzige Haus in der Nachbarschaft mit Strom.
Marina

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